Themenschwerpunkt Noch mehr Absurdes und Skurriles?

Wer ist der Schuldige?

Bildquelle: "Wir sind Richter!" (nachträg. Bearbeitung)

Gerne fragt die Richterin Zeugen nach ihrer Einschätzung, wer denn das Fiasko verschuldet habe. Die meisten halten sich heraus. Nur einer bekannte Farbe: Der pensionierte Gewerkschafter Sallmutter (der spätestens 1998 alle hinausgeworfen hätte) nannte Ex-ÖGB-Chef Verzetnitsch, aber der ist gar nicht angeklagt.

Oder nur Geiselnahme?

Untreue, Betrug, Bilanzfälschung. Die Anklagepunkte im Prozess gegen Wolfgang Flöttl, das frühere Bawag-Management sowie Ex-ÖGB-Finanzchef Günter Weninger wiegen schwer. Doch nach 20 Verhandlungstagen wird deutlich, worum es bei der Bawag-Affäre tatsächlich geht: Um ein spektakuläres Geiseldrama.

Das System funktionierte, kurios genug, nach einem umgekehrten Erfolgsmodell: Je mehr Geld Flöttl verlor, desto stärker gerieten die Bankmanager in die Abhängigkeit des Bermuda-Zockers. Es sei auch über eine Strafanzeige nachgedacht worden, sagt ein Ex-Vorstand vor Gericht, doch dann wären die Dinge öffentlich geworden und man hätte der Bank geschadet.

Was er nicht sagt: Die Manager hätten vor allem sich geschadet: Wäre nach dem Verlust der ersten 600 Millionen Dollar reiner Tisch gemacht worden, hätten auch die zuständigen Vorstände gehen müssen, allen voran Generaldirektor Helmut Elsner. Also entschied man sich für Vertuschen und Weitermachen und geriet so endgültig in die Geiselhaft Flöttls. Nicht viel anders erging es den ÖGB-Granden Weninger und Verzetnitsch: Als ihnen das Ausmass des Desasters bewusst wurde, waren die Verluste bereits so gewaltig, dass sie als Eigentümervertreter nicht ungeschoren davon gekommen wären. Also entschieden sie sich für das Vertuschen und Weitermachen und lebten seitdem als Geiseln Helmut Elsners.

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Der ÖGB oder die hohe Politik?

Sollte sich aber herausstellen, dass die Bawag durch Dummheit, Ignoranz und politischen Druck (wie Elsner behauptet) in die Ruin getrieben wurde, wird die culpa in elegio, also die Schuld jener schlagend, die Elsner & Co. sowie die Aufsichtsräte ausgewählt haben. Dann landet man beim ÖGB, der SPÖ (Bawag-Geld an SPÖ und ÖGB), der schwarz-blauen Regierung, somit wieder in der Politik. Dort würde nicht einmal ein Mason Schuldige finden. Denn dort war noch nie jemand an irgendetwas schuld.

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Haltet den Diebe... oder wo sind die Gauner?

Parlamentarischer Banken-U-Ausschuss!

Der parlamentarische Banken-Untersuchungsausschuss leidet an "Zeugenschwund": Fast alle der für heute, Montag, geladenen Auskunftspersonen, die von den Abgeordneten befragt werden sollten, haben sich entschuldigt und kommen nicht. Per Fax hatte am Sonntag der frühere Casinos-Austria-Chef und Ex-BAWAG-Aufsichtsrat Leo Wallner mitgeteilt, dass er wegen unaufschiebbarer beruflicher Termine der Ladung nicht Folge leisten könne. Für Ausschussvorsitzenden Martin Graf (FPÖ) findet durch das reihenweise Fernbleiben "nahezu ein Boykott" des Ausschusses statt...

"Neu aufgetauchte schwere Verdachtsfälle von großangelegter Geldwäsche werden morgen bei den Befragungen im Banken-U-Ausschuss behandelt werden", so Werner Kogler, Fraktionsführer der Grünen im Banken-U-Ausschuss. Die Finanzmarktaufsicht habe nämlich selbst offensichtlich unter dem Druck des U-Ausschusses noch im Herbst/Winter 06/07 entsprechende Fälle angezeigt.

"In einem Fall stehen wieder einmal die BAWAG, Elsner, Mag.Schlaff u.a. im Zentrum massiver Vorwürfe. Zur Erinnerung: Teile der Rückflüsse aus dem bulgarischen MobilTel-Deal des Konsortiums Schlaff/Taus/Cordt sind nachweisbar zur Verschleierung der Karibik-Verluste der BAWAG und des falschen Bilanzausweises verwendet worden. Für diese Verschleierungspraktiken - wo aus den U-Ausschuss-Protokollen eindeutig Mag. Schlaff als Vermittler hervorgeht - gab es sogar noch Provisionszahlungen von einer Million US-Dollar.

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Wahre Freunde...!

Warum haben der österreichische Ex - Spitzenpolitiker und Industrielle Josef Taus und gleichzeitig der international tätige Wirtschaftsverbrecher Martin Schlaff ("Casino - Jericho - Skandal") Reisen nach Südfrankreich unternommen, um Österreichs derzeit inhaftierten Top - Millionengangster und Ex - BAWAG - Generaldirektor Helmut "Elsi" Elsner zu treffen?

Hat Martin Schlaff die Millionenkaution für Elsner aus reiner Menschenliebe hinterlegt? Wollte Schlaff "Elsi" wirklich helfen? Zwischen Moskau und der Slowakei lachen nicht nur die Hühner: Schlaff geht über Leichen und würde seine Widersacher im Ernstfall jederzeit durch ein russisches "Rollkommando" (Schlaff) wegputzen lassen.

Taus und Schlaff hatten und haben, so einige österreichische Medien, dasselbe Motiv: Sie wurden und werden von Elsner erpresst.

Eine noch schwer durchschaubare Verbindung gibt es in dieser Causa auch zum aus Kroatien stammenden Milliardär Ronny Pecik, der seinen Lehrmeister Mirko Kovats längst hinter sich gelassen hat und gemeinsam mit seinem jungen Lover Georg Stumpf international durchgestartet hat. Ronny Pecik in einem Interview mit dem österreichischen Nachrichtenmagazin "NEWS": "Wenn der Elsner auspackt, sind der Taus, der Schlaff, der Mirko Kovats und ich jahrelang weg vom Fenster."

Nachzulesen: "Die Bawag-PSK" - GoMoPa-Finanzforum

Wer ist schuld? - Was sagen die Österreicher?

Ganz klar die EU. Hätten die EU die Banken nicht gezwungen, Geldüberweisungen innerhalb von wenigen Tagen durchzuführen, dann wäre das BAWAG-Geld heute noch auf dem Weg in die Karibik und nicht verloren.

Schuld sind die geldgierigen Sparer. Wenn die sich nicht auf die riskanten BAWAG-Kapitalsparbücher so gestürzt hätten, um rasche 0,5% Zinsen zu machen, dann wäre gar nicht soviel Geld zur Verfügung gestanden.

Der Nachtwächter hätte nicht die Augen zudrücken dürfen, als die Herren im dunklen Anzug mit den grossen Geldsäcken in den Kastenwagen stiegen.

Gibt's niemand, der in der BAWAG Selbstmord begangen hat? Auf den könnte man alles schieben. Hat sich schon einmal hervorragend bewährt.

Buchtipp: Das syndikat der Totengräber - Korruption-Machtrausch-Luxusleben, Richard Schneider, Concord-Verlag

Nachzulesen: "Pawagrichterin fragt nach Schuldigen! Was sagen die Österreicher!" - Rappelkopf online

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